Gemeinsames Anliegen: Politik verständlich machen

Bundesministerin Dr. Giffey traf sich mit dem Vorstand des Bundesausschuss politische Bildung (bap) am 23. August 2018. Eine Zusammenfassung des Gesprächs finden Sie hier.

Quelle: BMFSFJvon links nach rechts: Dr. Karl Weber, Hanns Christhard Eichhorst, Barbara Menke, Dr. Franziska Giffey, Lothar Harles, Melanie Ebell, Dr. Klaus Holz

In seinem Gespräch mit Bundesministerin Dr. Giffey stellt der Vorstand des Bundesausschuss politische Bildung (bap) große Übereinstimmung über die zu erreichenden Ziele fest: jungen Menschen Politik verständlich machen und dabei besonders Zielgruppen ansprechen, die „politikfern“ sind. Besonders gewürdigt wurden die Qualitäten nonformaler Bildungsprozesse für die Demokratie, etwa im Rahmen von Parlamentsbesuchen oder der Gedenkstättenarbeit.

Die Vorsitzende des bap, Barbara Menke erläuterte die verschiedenen Ansätze, mit denen der Bundesausschuss politische Bildung (bap) und seine Mitglieder sich aktuell beschäftigen. Der bap beteiligt sich am Projekt „Respektcoaches“ und kann an mehr als 200 Standorten Zusammenarbeit mit Trägern der Jugendmigrationsdienste anbieten. Seit eineinhalb Jahren motivieren Träger der Gemeinsamen Initiative der Träger politischer Jugendbildung (GEMINI) im Projekt „Empowered by democracy“ erfolgreich junge Geflüchtete, sich mit Politik zu beschäftigen und selbst als politische Bildnerinnen aktiv zu werden. Diese Aktivitäten sind möglich, weil das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) die Infrastruktur der Arbeit der beteiligten Organisationen im Rahmen des „Kinder- und Jugendplan des Bundes (KJP)“ fördert und damit auch die Inanspruchnahme verschiedener Sonderprogramme wie „Demokratieleben!“ eröffnet.

Nach Ansicht des bap wäre eine Aufstockung dieser Basisfinanzierung wünschenswert, weil sie seit Jahren praktisch unverändert ist. Dazu müssen aber auch noch andere Rahmenbedingungen in den Blick genommen werden wie der Fachkräftemangel oder wie häufig erforderliche Befristung von Arbeitsverhältnissen. Das interessante Berufsfeld der außerschulischen Bildung wird in der Ausbildung kaum sichtbar. Die geringen Verdienstmöglichkeiten tun ein Weiteres. Trotz dieser Hindernisse war man sich darin einig, dass viele gute Ansätze vorhanden seien, die es zu entwickeln gilt.

Als besonders wirksam wurde es eingeschätzt, wenn die Bildungsangebote mit praktischen Tun verbunden sind: Politiker/innen, die sich dem Gespräch vor Ort stellen oder Besuche bei Abgeordneten im Parlament, die Politik zum Anfassen ermöglichen. Auch Aktionen wie die U18 Wahl oder ein fachlich kompetent begleiteter Besuch in Gedenkstätten bringen jungen Menschen Politik und ihre Entwicklung näher.
Dass viele dieser Bildungsprozesse langfristig angelegt sein müssen, wurde am Verhältnis zu Europa deutlich. Da geht es nicht nur um die Begleitung der Europawahlen im kommenden Jahr, sondern auch um die deutschen Präsidentschaften bei EU und Europarat im Jahr 2020, bei denen einer der Schwerpunkte bei Partizipation und Demokratie liegen wird.
Bundesministerin Dr. Giffey und der bap-Vorstand stellten in ihrem Gespräch vom 21. August 2018 viele Gemeinsamkeiten in der Einschätzung der aktuellen Herausforderungen für unsere Demokratie fest und werden die erfolgreiche Zusammenarbeit fortsetzen.

Zum bap-Bundesausschuss politische Bildung:

Der Bundesauschuss Politische Bildung (bap) e.V. ist ein Zusammenschluss der bundesweiten Verbände der außerschulischen politischen Jugend- und Erwachsenenbildung. Gemeinsames Ziel der im Bundesausschuss versammelten Organisationen ist, sich für eine Stärkung und Weiterentwicklung politischer Jugend– und Erwachsenenbildung zu engagieren und die Interessen dieses Arbeitsbereichs gegenüber Politik, Behörden und der Gesellschaft zu vertreten. Weitere Infos: www.bap-politischebildung.de