Analoge und digitale Formate mit bap-Preis Politische Bildung ausgezeichnet

Im Stadtviertel, per App, mit Gesprächspartnern in den eigenen Räumen: Die Gewinner des bap-Preis Politische Bildung 2019 überzeugen mit unterschiedlichen Konzepten. Am 3. Juni 2019 wurden die Preise verliehen.

Die Gewinner des bap-Preis Politische Bildung 2019. Quelle: Dirk Enters

Über 140 Projekte haben sich für den bap-Preis Politische Bildung 2019 beworben, am 3. Juni 2019 wurden nun die Preise in der Kalkscheune Berlin verliehen. Unter dem Motto „Wir müssen reden! Über gesellschaftlichen Zusammenhalt sprechen: vor Ort – offen – mit allen“ hatte der Bundesausschuss Politische Bildung (bap) Projekte zur Teilnahme aufgerufen, die es sich zum Ziel setzen, Gesprächsfähigkeit in Sachen des gesellschaftlichen Zusammenlebens zu fördern. Die Verleihung der drei Preise und des Sonderpreises erfolgten durch Caren Marks, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), Thomas Krüger, Präsident der Bundeszentrale für Politische Bildung (bpb) sowie die Bundestagsabgeordneten Martin Rabanus und Thorsten Frei.

Ein Preis ging an das Demokratiewerkstatt-Projekt „Nur ein Viertel Heimat“ – politische Viertelgestaltung in Stolberg, das vom Nell-Breuning-Haus und der Volkshochschule Stolberg in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung NRW realisiert wird. „Mit dem Projekt gelingt es, die Menschen in ihrem Viertel zu unterstützen und über das Thema ‚Heimat‘ milieu-übergreifend und interkulturell ins Gespräch zu kommen“, unterstreicht Dr. Manfred Körber, Leiter des Nell-Breuning-Haus. „Das Projekt zeigt, wie wichtig es ist, dass politische Bildungsarbeit vor Ort aktivierend unterwegs ist, raus geht aus den Einrichtungen und in den Quartieren zur Stärkung unserer Demokratie beiträgt.“
Wie das Projekt ganz praktisch funktioniert, erklärt Dr. Christina Herrmann, die im Nell-Breuning-Haus als Fachbereichsleitung Projekte „Nur ein Viertel Heimat“ betreut: „Einige Bewohner Stolbergs mit Migrationsgeschichte haben im Projekt eine besondere Rolle. Sie organisieren Aktivitäten im Kleinen, um den Dialog über das nachbarschaftliche Miteinander anzuregen. Zu den Aktivitäten zählten etwa eine Landtagsexkursion mit dem muslimischen Frauenverein zur Diskussion ihrer Möglichkeiten, sich vor Ort zu beteiligen, die Diskussion mit dem Bürgermeister über das Integrierte Handlungskonzept der Stadt und vor allem ihr Videoprojekt ‚Ein Viertel Heimat‘, in dem sie mit selbst gedrehten Videos von ihrer alten und neuen Heimat und von ihren Wünschen für ihr neues Leben im unfreiwilligen Exil berichten.“
Dr. Karl Weber, Geschäftsführer der AKSB, sieht einen positiven Einfluss auf die Bildungsarbeit innerhalb der AKSB: „Wir freuen uns, dass das Nell-Breuning-Haus mit seinem Konzept gewonnen hat und hoffen, dass es diesen Ansatz in der AKSB einbringt.“

Ein weiteres Siegerprojekt ist im digitalen Raum unterwegs. Die App „Diskutier Mit Mir – Deine App für politischen Dialog“ des Diskutier mit Mir e. V. findet ausschließlich in der virtuellen Welt statt. Das Angebot bringt Menschen mit unterschiedlichen politischen Anschauungen in anonymen Eins-zu-Eins-Chats zusammen, damit sie dort die gegenseitigen Standpunkte besprechen können.

Beim dritten Gewinner handelt es sich um das Projekt „Comparti – politische Bildung und Teilhabe von Migrant*innen“ von AGIUA e. V. Migrationssozial- und Jugendarbeit. Das Projekt unterstützt Migrierte ab zwölf Jahren dabei, sich aktiv in das politische und gesellschaftliche Leben in Chemnitz einzubringen. Der Sonderpreis geht an die Initiative „Rent a Jew“ der EJKA – Europäische Janusz Korczak Akademie e. V., die jüdische Gesprächspartner vermittelt. Ziel des Projekts ist es, das abstrakte Bild von Juden aufzubrechen und ihnen ein Gesicht zu geben, um dem drängenden Problem des Antisemitismus entgegenzuwirken.

Die AKSB gratuliert allen Gewinnern.

Claudia Krupp

Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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