Nachhaltigkeit als Thema in und für die AKSB

Die Klimakrise ist das große Thema, nicht nur der AKSB, sondern weltweit. Ann-Kristin Beinlich, Leitung der Fachgruppe III fasst zusammen, was das Thema für die politische Bildungsarbeit bedeutet.

Unübersehbar,  laut  und  bestimmt  ist  sie,  die  Jugend von heute. Sie mobilisiert Tausende, motiviert Erwachsene zur Solidarität und bewegt Politiker/-innen zum Handeln. Dies geschieht mit einem festen Ziel vor Augen: die Zukunft der Erde zu sichern und zukünftigen Generationen einen Ort zu bieten, der nicht durch Naturkatastrophen, Nahrungsknappheit, Artensterben oder Konflikte geprägt ist.
Nachhaltigkeit und Klimawandel sind die Themen der Jugend von heute. Und damit auch der politischen Jugendbildung. Die Jahrestagung 2020 widmete sich dem Thema und baute damit auf eineinhalb Jahre Diskussion, Austausch und Vorausschau auf. Die Fachgruppe III beschäftigte sich in dieser Zeit mit dem Thema Nachhaltigkeit  aus  unterschiedlichen  Perspektiven und mit unterschiedlichen Fragestellungen:
Wie erreicht die politische Bildung bildungsferne Jugendliche? Welche Ansatzpunkte bietet „Fridays for Future“ für unsere Arbeit? Wie schaffen wir es, die Motivation der Jugendlichen, sich für Klimaschutz einzusetzen, in unserer Bildungsarbeit  aufzugreifen? Was müssen wir ändern, um die Bedarfe der Jugendlichen zu beantworten? Was ist unsere Rolle in der Nachhaltigkeitsbildung? Und die zentrale Frage blieb stets: Was müssen wir als Bildner/-innen, wir als Bildungseinrichtungen und wir als AKSB-Mitglieder tun, um Nachhaltigkeitsbildung glaubwürdig zu gestalten?

Denn Nachhaltigkeit setzt beim eigenen Handeln an. So ist es nicht genug, mit Jugendlichen über Nachhaltigkeit und Klimawandel ins Gespräch zu kommen und sie für ihren Einfluss auf das Klima zu sensibilisieren. Jede/-r Einzelne von uns hinterlässt ihren oder seinen klimaunfreundlichen Fußabdruck. So ist auch die Bildungspraxis gefragt, das eigene Handeln und die eigenen Einflüsse auf die Umwelt zu reflektieren und zu verändern. Das fängt im Kleinen an und betrifft die Arbeit der einzelnen Bildner/-innen.
Es betrifft aber auch und vor allem die Bildungseinrichtungen und ihr alltägliches Arbeitsleben. Welche Nahrungsmittel werden konsumiert? Sind die Putzmittel biologisch abbaubar? Wird Marmelade auch im Glas beim Frühstücksbüffet  angeboten? Und welche Dienstreisen sind wirklich notwendig?

Damit ist auch auf die bundesweite Zusammenarbeit in der AKSB verwiesen. Was können die AKSB-Mitglieder tun, um Nachhaltigkeit zu leben? Ein erster Schritt wurdegemacht, indem die Mitgliederversammlung 2019 vegetarische Mahlzeiten als Standard  für  die  AKSB-Veranstaltungen  beschlossen  hat.
Doch wir können mehr! Und man muss das Rad nicht neu erfinden. Warum nicht den Austausch zwischen denjenigen unter uns fördern, die sonst wenig auf AKSB-Ebene vertreten sind, wie die Köch/-innen,  Hauswirtschaftler/-innen  oder  Haus-meister/-innen? Sie sind die Expert/-innen für ihre Arbeitsbereiche und wissen, worauf  es ankommt. Viele haben bereits die Erfahrung, aus der andere Einrichtungen lernen können.

Dass nachhaltiges, klimafreundlicheres Handeln in der AKSB klappt, zeigt uns die Corona-Krise. Spontan bewegten wir uns im digitalen Raum. Keine Zugfahrt, keine Autofahrt wurde notwendig und es zeigte sich: Nein, nicht jede Konferenz oder  jedes Arbeitstreffen muss in Präsenz stattfinden. Auch wenn das so geschätzte Gespräch mit Kolleg/-innen beim  Kaffee oder Abendessen fehlt, Zusammenarbeit auf Distanz funktioniert auch. Wir alle können unseren Fußabdruck verkleinern: im Privaten und im Beruflichen.