"Wir spielen doch nur!" Fachtagung Medienbildung - politisch und digital

Im Online-Seminar geht es am 21. und 22. Januar 2021 um "Die Inszenierung von Gesellschaft in digitalen Spielen". Die Teilnahme ist kostenlos.

Welche Spielregeln gelten in digitalen Spielen? Welche Frauen- und Männerbilder werden in Spielen gezeichnet? Wie werden Gegner im Spiel dargestellt? Welche Rhetorik verfolgt das Spiel? Welches Bild von Gesellschaft wird gegeben? Wie und warum nutzen auch Extremisten die Spielewelt gerne für sich?

Mit diesen Fragestellungen wollen wir bei Kindern und Jugendlichen angesagte Spiele unter die Lupe nehmen und im Gespräch mit Wissenschaftler/-innen und Praktiker/-innen herausfinden, welche Folgen dies für Erziehung und Sozialisation und damit für die weitere Entwicklung sowohl der Kinder und Jugendlichen als auch unserer Gesellschaft hat.

Dabei geht es vor allem um die Frage, welche religiös oder politisch begründeten Ideologien in Computerspielen verborgen sind, wie offen sie zutage treten und welche Möglichkeiten wir haben, damit umzugehen. Wie können wir im Dialog mit den Spielenden gemeinsam antisemitische oder muslimfeindliche Bilder in Spielen oder bei Mitspieler/-innen entdecken und entsprechend darauf reagieren?

In einem weiteren Teil wollen wir Wege aufzeigen und gemeinsam entwickeln, wie zwischen Kindern, Jugendlichen und ihren Eltern, Lehrkräften, Medienpädagog/-innen und politischen Jugendbildner/- innen eine wertorientierte und reflektierte Kommunikation zu den aktuellen Spielen stattfinden kann. Schließlich diskutieren wir, wie diese neuen Wege und Formate in Präventionsmaßnahmen der politischen Bildung und der Medienbildung in Zukunft einfließen können.

Wir freuen uns auf einen intensiven fachlichen Austausch im Netz!

Referenten und Referentinnen der Fachtagung "Wir spielen doch nur!"

Çiğdem Uzunoğlu leitet die Stiftung Digitale Spielekultur seit Februar 2018 und ist zertifizierte Master Business und systemische Coachin. Zuletzt war sie Geschäftsführerin von „Die gelbe Villa“, der Stiftung Jovita. Davor war sie in Leitungspositionen als Mitglied der Geschäftsleitung bei der Walter Blüchert Stiftung sowie als Bereichsleiterin bei der Stiftung der Deutschen Wirtschaft aktiv.

Prof. Dr. Caja Thimm ist seit 2001 Professorin für „Medienwissenschaft und Intermedialität“ an der Universität Bonn. Sie hatte Gastprofessuren u.a. in Santa Barbara/USA, Cardiff/Großbritannien und Dijon/Frankeich inne und war Mitglied mehrerer Enquete-Kommissionen zum digitalen Wandel sowie der Altenberichtskommission der Bundesregierung. Von 2010-2016 leitete sie das DFG-Projekt „Deliberation im Netz“, seit 2017 ist sie Koordinatorin und Sprecherin des NRW Graduiertenkollegs und des Forschungsverbundes „Digitale Gesellschaft“.

Linda Kruse ist Gründerin und Geschäftsführerin von the Good Evil GmbH. Zuvor absolvierte sie einen Master of Arts in Game Development and Research am Cologne Game Lab und einen Bachelor of Arts in Creative Producing. Seit 2018 ist sie stellvertretende Vorsitzende beim game - Verband der deutschen Gamesbranche e.V. und Mitglied im Medien-Digital Beirat des Landes Nordrhein-Westfalen. EditionF zeichnete Linda als eine von 25 Frauen aus, dessen „Erfindungen unser Leben verändern“. Seit 2020 ist sie Professorin für Angewandte Spielkonzepte (Game-Design) an der Hochschule Mainz. Als Game-Designerin verbindet Linda ihre Vorliebe für Wissensvermittlung sowie der für wilde Tiere, und entwickelt Spiele für eine bessere Zukunft.

Andreas Hedrich, Diplom Soziologe und Medienpädagoge. Initiiert Projekte rund um digitale und audiovisuelle Medien.
Arbeitsschwerpunkte: Referent für Medienpädagogik und Neue Medien im Schulunterricht, der Jugendarbeit und Kultur- und Lehrerbildung, langjähriges Vorstandsmitglied im jaf – Verein für medienpädagogische Praxis Hamburg e.V., Geschäftsführender Gesellschafter der Medienagentur Frische Medien GbR, Produzent des Hamburger Nachwuchsfilmfestivals abgedreht. Mitgründer der Initiative Creative Gaming. Hochschullehrer an der Universität Hamburg. Vorstand im Mediennetz Hamburg e.V.

Daniel Heinz, Jahrgang 1978, ist Diplom-Sozialpädagoge & Medienspielpädagoge (M.A.). Er leitet den Fachbereich Games bei der Fachstelle für Jugendmedienkultur-NRW und ist verantwortlich für Projekte wie den Spieleratgeber-NRW, Gaming ohne Grenzen. Weiterhin ist er Jugendschutzsachverständiger bei der Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK).

Sabine Eder, Dipl. Pädagogin & Medienpädagogin, ist Geschäftsführerin und Gründungsmitglied von Blickwechsel e.V. – Verein für Medien- und Kulturpädagogik (https://www.blickwechsel.org/) und Vorsitzende der Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur (GMK) (https://www.gmk-net.de/) in Doppelspitze mit Dr. Marion Brüggemann. Sie hält Vorträge, ist Autorin von Fachartikeln sowie Fachbüchern und Arbeitsmaterialien für Kindergärten und Schulen, ist in Jurys, Beiräten und Gremien tätig, bietet Medienpädagogische Fortbildung, Elternabende und praktische Medienarbeit.

Jonas Kühn arbeitet am Fachbereich Jugendakademie/politische Bildung in der Akademie Klausenhof in Hamminkeln als Medienpädagoge. Innerhalb des Projekts "Religionssensible politische Bildung" ist er mit der Thematik der Extremismusprävention mit interaktiven Methoden in Schulen tätig und arbeitet primärpräventiv mit den Schüler/-innen zur Thematik. Aufgewachsen mit Videospielen, wurde ihm früh klar, welches Potential diese auch für die Bildungsarbeit mit spieleaffinen jungen Menschen haben kann, und setzte diesen Gedanken in die Praxis um.

Daniel Riedl ist Medienpädagoge der Akademie Klausenhof. Er hat verschiedene Projekte organisiert, geleitet und durchgeführt. Die Themen sind dabei sehr vielseitig. Neben Cybermobbing, Social Bots oder „Fake News“ konzentriert sich seine Arbeit zurzeit auf die Fragestellung, wie Videospiele in der pädagogischen Arbeit eingesetzt werden können.

Stephan Schölzel ist Medienpädagoge und hauptamtlicher Mitarbeiter des Infocafe Neu-Isenburg.
Eigentlich wollte Stephan Schölzel Informatiker oder Grafiker werden, nach dem Zivildienst fand er sich allerdings im Studium der Sozialen Arbeit wieder. Dann erhielt er Einblick in das Feld der Medienpädagogik und lernte, welche Potentiale in digitalen Spielen stecken können. Auch lernte er, dass es in diesem jungen Arbeitsfeld, das vor allem von “Risikoabwehr” dominiert wird, viele Chancen und viel zu machen gibt. Mit diesem Ziel im Kopf fand er seinen Weg zum “infocafe” der Stadt Neu-Isenburg, eine der wenigen festen medienpädagogischen Einrichtungen mit einem Fokus in der Kinder- und Jugendarbeit. Seit 2010 arbeitet er dort sehr erfolgreich und befindet sich inzwischen in der Weiterbildung zum Master im Feld der Game Studies. Nebenbei ist er im Landesvorstand der GMK Hessen und unterstützt aktiv "Keinen Pixel den Faschisten".

Markus Schuck

Referent für politische Bildung

0228 28929-47
schuck@aksb.de

Claudia Krupp

Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

0228 28929-49
krupp@aksb.de