19.08.2019 - 23.08.2019

SoMi: Care, Migration und Gleichberechtigung

Kurs-Nr: 780
Beschreibung
Eingewanderte Familien sind stark mit Veränderungsprozessen des gemeinsamen Alltags konfrontiert und suchen sowohl nach Antworten auf Fragen der Generationsbeziehungen als auch nach Antworten auf ihre Identitätsfragen. Sie stehen zwischen zwei Kulturen und der Herausforderung, Erziehungsvorstellungen und das Familienleben in einem neuen Umfeld neu zu ordnen. Im Rahmen des Familienlebens ist auch die Care-Arbeit ein wichtiges Thema. Care-Arbeit beschreibt die Tätigkeiten des Sorgens, der Unterstützung und der Pflege. Darunter fallen Kinderbetreuung oder Altenpflege, aber auch familiäre Unterstützung, häusliche Pflege oder Hilfe unter Freunden. Qualitative Studien zeigen, dass ältere und pflegebedürftige Familienangehörige aus der Bevölkerungsgruppe der Russlanddeutschen vermehrt von ihren Angehörigen im eigenen Zuhause gepflegt werden. Somit wird die Care-Arbeit durch Angehörige zu einem immer wichtigeren Thema für Russlanddeutsche. Gute Beziehungen zwischen den Familiengenerationen sind ein hohes Gut in einer Gesellschaft. Sie zu bewahren, kann angesichts der demographischen Entwicklung zu einer Herausforderung werden. Aber kann Care nur ein Problem und eine Aufgabe der Bürgerinnen und Bürger sein? Ist die Solidarität mit Hilfebedürftigen, egal welchen Alters und welcher Lebenssituation, nur eine Frage der Ethik und des Handelns von Bürgerinnen und Bürgern? In welcher Weise sind auch Politik und Gesellschaft gefordert? Das Seminar soll dazu beitragen das Bewusstsein für die angesprochenen Themen zu fördern, indem es sozialwissenschaftliches Wissen über Generationen- und Genderverhältnisse in einer verständlichen Form bereitstellt, um mit den Anforderungen einer sich wandelnden familiären Wirklichkeit umzugehen.
Veranstalter
Institut für Migrations- und Aussiedlerfragen
Straße
Am Lehmstich 15
Ort
33813 Oerlinghausen
Bundesland
Nordrhein-Westfalen
Dachverband
aksb
Kosten
100,00
E-Mail-Anmeldung